Superlativ am laufenden Band

Extremsportler Emin da Silva macht sich ein Geburts­tags­geschenk der besonderen Art

Emin da Silva feiert seinen 45sten Geburts­tag. Das allein ist eher weniger spekta­kulär. Doch anstatt 45 Kerzen auf der Torte aus­zu­blasen und sie im Anschluss im Kreise von Freun­den und Bekann­ten zu verzeh­ren, läuft der Bremer lieber … 45 Stunden langam Stück!

An Herausfor­derungen hat es ihm in seinem Leben bisher noch nie wirk­lich geman­gelt. Aufge­wach­sen mit 14 Geschwis­tern in einem klei­nen Dorf im Osten der Türkei, machte er sich 1991 mit gerade ein­mal 18 Jahren auf den Weg nach Deutsch­land – ohne Sprach­kennt­nisse und ohne einer echten Ahnung, was ihn fernab der vertrau­ten Heimat erwar­ten würde. Der Sport war es, auf den der heute 44-Jäh­rige sich bei der Inte­gration als steter Begleiter und vor allem feste Stütze verlassen konnte.

Dabei waren es besonders sport­liche Super­la­tiven, die ihn reiz­ten. Mit dem Lauf durch die Namib- Wüste bei über 40 Grad im Schatten, den Teil­nah­men am Bremer Mara­thon, den er sowohl seit- als auch rück­wärts oder erst jüngst mit verbun­denen Augen absol­vierte, sowie diversen wei­teren kreativ-ver­rück­ten Höchst­leis­tungen festigte Emin da Silva seinen Ruf als das Bremer Pendant zu Joey Kelly. Und so wie sein berüh­mtes Vor­bild, mit dem er mitt­ler­weile eine lang­jäh­rige Freund­schaft pflegt, stan­den seine Aktionen stets im Zeichen eines kari­ta­tiven Zwecks. Im April 2013 – 22 Jahre nach sei­ner Ankunft in Deutsch­land – zog es da Silva wieder in die ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tung. Im Rah­men seines „Lebens­laufes“ stellte er sich der Heraus­for­derung, die Türkei inner­halb von 67 Tagen zu errei­chen… per pedes im Lauf­schritt. Dass er das Ziel schluss­endlich nicht errei­chen sollte, lag jedoch weniger an seiner Ausdauer. An der Grenze zu seinem Heimat­land waren es ledig­lich büro­kra­tische Hürden, die ihn stoppten – nicht sein Körper. Sein sozi­a­les Enga­­ge­­ment blieb auch auf höchs­­ter Ebene nicht unbe­­ach­­tet. Ein Jahr später fol­gte er der Ein­la­­dung des dama­li­gen Bundes­­prä­­si­­den­ten Joachim Gauck nach Berlin ins Schloss Belle­vue … natür­­lich per pedes und im Lauf­­schritt.

Geburtstagsgeschenk ein­mal anders

Am 10. Januar feiert da Silva, der mittler­weile als Jugend­betreuer für den Bremer Arbei­ter-Samari­ter-Bund (ASB) tätig ist, seinen 45sten Geburts­tag. Und bei dieser Vita verwun­dert es weniger, dass er seinen Ehren­tag auch nicht ganz all­täg­lich begeht. Für jedes Jahr möchte er eine Stunde auf dem Lauf­band absol­vieren. Und dies am Stück. Ledig­lich 45 Minuten gewährt sich da Silva Ruhe, also gerade ein­mal eine Drei­viertel­stunde verteilt auf knapp zwei Tage (und Nächte). Terri­toriale Grenzen wird er dabei zwar nicht über­schrei­ten, für Körper und Geist aber den­noch ein Grenz­gang der Super­la­tive. Mit dem Weser­park, Bremens größ­tem Einkaufs­­zen­­trum, konnte Emin da Silva den idealen Partner für das Projekt begeis­­tern, der ihm auch schon inder Vergan­gen­heit bei Projek­ten erfolg­reich zur Seite stand und dem Läufer auch dieses Mal die ange­­mes­­sene Platt­­form dafür bietet. So ließ sich Center­ma­na­gerin Monika Mehrtens nicht lange bit­ten, auch diese Aktion wie­der zu unter­stützen. Zentral gele­gen im Shop­ping­center in der Nähe der Infor­mation stellt OASE-Fit­ness-Club Geschäfts­führer Helmuth Gaber drei Lauf­­bän­der bereit, die am Mitt­­woch, 31. Januar 2018, um 17:45 Uhr ihren Betrieb aufnehmen.

Prominente Gastläufer:  Willi Lemke und Marco Bode

Auf einem wird Emin da Silva sei­nen Körper bis an die Gren­zen trei­ben, die bei­den andere sind für Gast­­läufer reser­­viert. Und diese werden zum Teil keine Unbe­kann­­ten sein. So ha­ben sich bereits Willi Lemke, Werder-Le­gende und ehe­­ma­liger Sonder­­beauf­­tragter der Verein­­ten Nationen ange­kün­digt, da Silva wäh­rend des Starts und am Folge­tag – eben­falls ab 17:45 Uhr  – ein wenig Gesell­schaft zu leisten. Werder-Auf­sichts­­rats­­vor­­sit­zen­der Marco Bode wird Lemke am Mitt­woch auf dem Lauf­band ablö­sen und auch Joey Kelly hat bereits sein Interesse signa­li­siert, „ein paar Runden“ drehen zu wollen, sofern es denn sein Termink­alender zulässt. Aber auch alle ande­ren Interes­­sierten und sport­­lich Ambi­­tio­­nierten sind herz­lich einge­laden, Emin da Silva gegen eine kleine Spende zu beglei­ten.

Da Silva geht körper­lich top vor­be­rei­tet an den Start und über­lässt wie bei sei­nen vergan­genen Aktio­nen auch nichts dem Zufall. Sollte es dann aber auf der Ziel­gera­den dann aber doch zu uner­war­teten Pro­ble­men kom­men, wird der ASB mit seinem Sanitäts­dienst zur Stelle sein. Die Schirm­herr­schaft für die gesamte Aktion hat Bremens Sozial­sena­torin Anja Stahmann über­nom­men. Natür­­lich verfolgt das Geburts­­tags­­kind auch mit sei­nem „run 45“ wieder ein kari­­ta­tives Ziel. Mit den Spenden­­erlösen möchte da Silva den Bremer Sport­­garten e.V. sowie den Flucht­raum Bremen e.V. unter­stützen und deren ehren­amt­liche Arbeit fördern.

Auf Emin da Silva wartet eine neue sport­liche Heraus­for­derung der Super­lative und auf die Besucher des Weser­parks ein nicht ganz all­täg­licher Einkaufs­bummel mit der Gelegen­heit, selbst die Lauf­schuhe zu schnüren und dabei auch noch Gutes zu tun.

 

Wer möchte, ist HERZ­LICH EINGE­LADEN selbst die Lauf­schuhe zu schnüren und mit einer kleinen Spende das Projekt zu unter­stützen – und etwas Gutes zu tun.

Wenn am Freitag, 2. Februar 2018, dann um 14.45 Uhr die Lauf­bänder wieder still­­stehen, dann ist Emin da Silva um einen körper­­lichen Grenz­­gang und der Weser­park sowie ganz Bremen um ein Ereig­nis reicher, das sicher­­lich über die Grenzen der Hanse­­stadt hinaus in Erin­ne­­rung bleiben wird.

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Quelle:    Mit freundlicher Geneh­migung und Unter­stüt­zung von Eike Nienaber. Vielen Dank für diesen Artikel aus Januar 2018.

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